Stauffenberg und der 20. Juli 1944

Foto:Bundesarchiv, Bild 146-1984-079-02 / CC-BY-SA
Führerhauptquartier "Wolfsschanze".- vlnr: Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Karl-Jesko von Puttkamer, unbekannt, Adolf Hitler, Wilhelm Keitel am 15.7.1944 Foto:Bundesarchiv, Bild 146-1984-079-02 / CC-BY-SA
Als der Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 die Bombe im "Führerhauptquartier" in Ostpreußen detonieren ließ, hatte er sein Ziel fast erreicht, doch Hitler überlebte. Seine Tat musste Stauffenberg schon am 21. Juli 1944 mit seinem Leben bezahlen.

72 Jahre nach dem 20. Juli 1944 müssen das Attentat auf Hitler und der versuchte Staatsstreich gegen das NS-Regime nicht mehr gerechtfertigt werden. Dies war in den 1950er und 1960er Jahren noch anders. Heute stellt sich die Aufgabe einer angemessenen Würdigung der Menschen, die den „Aufstand des Gewissens“ wagten. Was bedeutet ihre Tat für uns heute?

Die öffentliche Erinnerung an die Brüder Stauffenberg und den 20. Juli 1944 unterlag starkem Wandel. Die nationalsozialistische Propaganda wirkte bei Teilen der Bevölkerung bis weit in die Zeit der Bundesrepublik hinein. Dagegen wandten sich Politiker und Publizisten. Sie verknüpften Demokratie und Widerstand. Im Kalten Krieg versuchte auch die DDR, Stauffenberg für sich zu vereinnahmen. Allmählich setzten sich in Deutschland positive Stauffenbergdeutungen durch. Heute dient das Porträt des Hitlerattentäters vielfach als Ikone für den gesamten Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Gedenken an die Brüder Stauffenberg in Baden-Württemberg

Stauffenberg-Erinnerungsstätte im Alten Schloss Stuttgart. Foto: Eidenmüller, B. 2013. Haus der Geschichte Baden-Württemberg. A-2013/0199/01.

Am 1. Juli 2004 ehrte die Landesregierung Baden-Württemberg die Brüder Stauffenberg durch einen Festakt und die Einweihung von Gedenktafeln sowie einer Figurengruppe des Künstlers Urban Thiersch in der Dürnitz des Alten Schlosses in Stuttgart. Am 15. November 2006 folgte die Einrichtung einer Erinnerungsstätte durch das Haus der Geschichte Baden-Württemberg für die Brüder Claus und Berthold Graf Stauffenberg im Archivbau des Alten Schlosses.

Lautlingen Gedenkstätte. Foto: Stadt Albstadt.

Im Lautlinger Schloss, dem ehemaligen Sitz der Familie in Albstadt-Lautlingen (Zollernalbkreis), wurde anlässlich des 100. Geburtstages von Claus von Stauffenberg am 15.11. 2007 die jüngste Stauffenberg-Gedenkstätte in Baden-Württemberg eingerichtet.




Die Ausstellungen in den Erinnerungsstätten beleuchten die Brüder Stauffenberg, ihre Herkunft und den 20. Juli 1944 in unterschiedlicher Konstellation und sich ergänzender Weise. Der Besuch aller drei Stätten ermöglicht auch einen Blick auf die sich seit den 1950er Jahren wandelnde Erinnerungskultur zu den Brüdern Stauffenberg und ihrem Handeln gegen das nationalsozialistische Regime.

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Bundespräsident Joachim Gauck

Gedenken zum 70. Jahrestag des 20. Juli 1944
70 Jahre nach dem Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seinen Mitverschwörern auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 erinnerte Bundespräsident Joachim Gauck an den aussichtsreichsten Versuch der Opposition, aus eigener Kraft die NS-Diktatur zu stürzen.
"Eines lehrt uns die Erinnerung an den 20. Juli 1944 gewiss: Wir haben eine Wahl zwischen Handeln und Untätigkeit, zwischen Reden und Schweigen. Das zeigt uns der 20. Juli, und das zeigen uns auch der 17. Juni 1953 und die Ereignisse des Jahres 1989, an die wir in diesem Jahr nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa erinnern."
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Der Zweite Weltkrieg

 

Mehr als 60 Millionen Menschen mussten sterben. Gefallen an der Front, ermordet in Konzentrationslagern, verbrannt in Bombennächten, gestorben an Hunger, Kälte und Gewalt auf der großen Flucht.

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