Die Gedenktafeln

Texte der Gedenktafeln und Figurengruppe zur Erinnerung an die Brüder Stauffenberg und den 20. Juli 1944 enthüllt am 1. Juli 2004 in der Dürnitz des alten Schlosses Stuttgart im Landesmuseum Württemberg (heute im Erdgeschoss, Bereich der Caféteria).

Tafel 1: Die Brüder Stauffenberg

Alexander Schenk Graf von Stauffenberg
geboren am 15. März 1905 in Stuttgart,
gestorben am 27. Januar 1964 in München.

Berthold Schenk Graf von Stauffenberg
geboren am 15. März 1905 in Stuttgart,
hingerichtet am 10. August 1944 in Berlin-Plötzensee.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg
geboren am 15. November 1907 in Jettingen,
erschossen in der Nacht des 20. Juli 1944 in Berlin.

Als Söhne einer schwäbischen, katholischen Adelsfamilie sind für die Brüder Stauffenberg schon früh soziale Gesinnung und der Dienst für die Nation selbstverständliche Pflicht. Seit der Jugend gehören sie zum Kreis um Stefan George. Der Dichter verlangt von seinen Anhängern, Verantwortung zu tragen, Entscheidungsstärke zu beweisen und den ihnen anvertrauten Menschen voranzugehen.

Alfred Schenk Graf von Stauffenberg, der Vater, ist Oberhofmarschall des württembergischen Königs Wilhelm II und dient bis zu seiner Pensionierung 1928 dem herzoglichen Haus.

Die Mutter, Karoline geborene Gräfin Üxküll-Gyllenband, ist bis zur Heirat 1904 Hofdame, dann Vertraute der Königin Charlotte. Bis 1919 lebt die Familie in einer Dienstwohnung im Alten Schloss, später in der Jägerstraße. Alle drei Söhne besuchen das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. Berthold von Stauffenberg studiert Rechtswissenschaft. Sein Zwillingsbruder Alexander wird Historiker. Claus tritt 1926 in die Reichswehr ein. 1933 heiratet Claus von Stauffenberg Nina Freiin von Lerchenfeld. 


Nach oben

Tafel 2: Stauffenberg und Mertz in Winniza. Der Weg zum Widerstand

Claus von Stauffenberg gilt schon früh als herausragender Offizier. Im Verlauf des Krieges wird ihm der verbrecherische Charakter der nationalsozialistischen Herrschaft immer bewusster.
Von 1942 an zählt er zum engsten Kreis der entschlossenen Gegner des Regimes.
Am 7. April 1943 wird Stauffenberg in Nordafrika schwer verwundet.
Nach Entlassung aus dem Lazarett ist er seit Oktober 1943 in Berlin Chef des Stabes bei General Friedrich Olbricht im Allgemeinen Heeresamt.

Ab dem 17. Juni 1944 wird er Chef des Stabes bei Generaloberst Fromm, dem Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres. Damit erhält er besseren Zugang zu Lagebesprechungen im Führerhauptquartier.

General Friedrich Olbricht und Claus von Stauffenberg intensivieren die Verbindung zu Generaloberst Ludwig Beck und Carl Friedrich Goerdeler.
Nach einem erfolgreichen Attentat auf Hitler sollen sie die politische Führung übernehmen. Stauffenberg sucht auch Kontakt zu weiteren Regimegegnern aus dem Kreisauer Kreis und der Sozialdemokratie, um die verschiedenen Gruppen des Widerstandes zu einen. 

Nach oben

Tafel 3: Zerstörte Lagebaracke

Der 20. Juli 1944

1943 zerschlagen sich wiederholt Attentatspläne. Hans von Dohnanyi und Dietrich Bonhoeffer werden verhaftet. Am 19. Januar 1944 trifft es Helmuth James Graf von Moltke, einen führenden Kopf des Kreisauer Kreises. Anfang Juli werden schließlich die beiden Sozialdemokraten Julius Leber und Adolf Reichwein inhaftiert.
Trotz seiner Schlüsselrolle in Berlin entschließt sich Stauffenberg, in den ersten Julitagen den Anschlag auf Hitler selbst auszuführen.

Am 20. Juli 1944 gelingt es ihm, während der Lagebesprechung im Führerhauptquartier Wolfschanze nahe Rastenburg in Ostpreußen einen Sprengsatz explodieren zu lassen. Stauffenberg fliegt umgehend zurück nach Berlin.
In der Annahme, das Attentat sei gelungen, lösen die Verschwörer die vorbereiteten Umsturzpläne „Walküre“ aus. Hitler überlebt jedoch den Anschlag.
Claus von Stauffenberg versucht mit seinen engsten Vertrauten, darunter sein Bruder Berthold, vom Bendlerblock aus den Umsturz in die vorbereiteten Bahnen zu lenken.
In den späten Abendstunden müssen sie das Scheitern der Erhebung erkennen.

Oberst i.G. Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Oberleutnant Werner von Haeften
Oberst i.G. Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim
General der Infanterie Friedrich Olbricht
werden noch in der Nacht als Hauptverantwortliche des Umsturzversuches im Hof des Bendlerblockes erschossen.
Generaloberst Ludwig Beck wird zum Selbstmord gezwungen. 

Nach oben

Tafel 4

„Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird.
Derjenige allerdings,
der etwas zu tun wagt,
muss sich bewusst sein,
dass er wohl als Verräter
in die deutsche Geschichte
eingehen wird.
Unterlässt er jedoch die Tat,
dann wäre er
ein Verräter vor seinem
eigenen Gewissen.“

Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Im Frühjahr 1944

Nach oben



© 2018 Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
www.lpb-bw.de